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Wurzelkanalbehandlung

Ist ein Zahn abgestorben oder hat sich das Zahnmark stark entzündet, kann in vielen Fällen der Zahn durch eine Wurzelkanalbehandlung gerettet werden. Dazu muss der Zahn aufgebohrt werden, um das geschädigte Zahnmark (Pulpa) entfernen zu können. Falls notwendig, wird der Zahn vorher betäubt, so dass mit Hilfe kleiner Feilen die Aufbereitung der Wurzelkanäle schmerzfrei erfolgen kann. In der Regel werden diese nach der Reinigung, Desinfektion und Trocknung mit medikamentösen Einlagen versehen. Der Zahn wird dann bis zur nächsten Sitzung provisorisch verschlossen. Bleibt schließlich der Zahn über längere Zeit beschwerdefrei, können die aufbereiteten Wurzelkanäle mit entsprechenden Füllmaterialien versiegelt werden. Bitte gehen Sie davon aus, dass insbesondere die Behandlung eines hinteren Backenzahnes mit mehreren Wurzeln eine sehr diffizile und zeitaufwendige Arbeit ist. Mehrere Sitzungen (3-6) sind völlig normal, um ein gutes Ergebnis zu erzielen und den langfristigen Erhalt des Zahnes zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang sollten Sie auch bedenken, dass wurzelbehandelte Zähne unter Belastung eher frakturieren als lebende Zähne. Daher müssen diese häufig mit einer Krone versehen werden, die die Substanz des Zahnes zusammenhält.

Jedoch schränken die gesetzlichen Krankenkassen die Kostenübernahme bei der Wurzelkanalbehandlung der hinteren großen Backenzähne (Molaren) ein. Mindestens eine der folgenden Bedingungen muss für die Kassenleistung erfüllt sein.

  • 1. Die Behandlung verhindert, dass in einem vollständig bezahnten Kiefer eine Lücke entsteht.
  • 2. Die Behandlung verhindert, dass die Zahnreihe einseitig nach hinten verkürzt wird.
  • 3. Die Behandlung verhindert, dass vorhandener intakter Zahnersatz erneuert werden muss.

Darüber hinaus gilt für jede Wurzelbehandlung, dass die Krankenkassen Therapieversuche mit unklaren Erfolgsaussichten, insbesondere bei stark gekrümmten Wurzeln, nicht bezahlen. Auch für die Anwendung spezieller Behandlungstechniken kommen sie nicht auf.

Jedoch sollte jeder Patient Zähne mit guten Erfolgsaussichten nicht leichtfertig entfernen lassen, nur weil die Kosten von seiner Kasse nicht übernommen werden. Denn zum einen wachsen unsere Zähne nicht nach und zum anderen muss die folgende Zahnlücke mit Zahnersatz versorgt werden. Die Kosten dafür sind in der Regel höher als die für eine Wurzelkanalbehandlung.