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Parodontosebehandlung

Fast alle Menschen leiden gelegentlich unter einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) und viele unter einer Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis). Parodontitis ist neben der Karies, die zweite große Mundkrankheit. Nach dem 35. Lebensjahr gehen durch Parodontitis mehr Zähne verloren als durch Karies und anders als bei Karies tut Parodontitis selten weh. Sammeln sich auf der Zahnoberfläche weiche Beläge an, werden diese mit Bakterien besiedelt (Plaque). Die Keime vermehren sich und lösen Entzündungsreaktionen aus, die zu Auflösungserscheinungen im umliegenden Gewebe führen (Zahnfleischtaschen). Erstes Anzeichen der anfänglich fatalerweise schmerzlos verlaufenden Erkrankung ist Zahnfleischbluten. Im weiteren Verlauf sind Schwellungen, Berührungsschmerzen, Mundgeruch und schließlich Zahnlockerungen bis hin zum Zahnverlust typische lokale Symptome.

Gesunder Zahnhalteapparat Gingivitis starke Entzündung des Zahnfleisches Paradontitis fortgeschrittener Knochenabbau mit Zahnlockerung Paradontitis fortgeschrittener Knochenabbau Zahnlos

Bild 1 Gesunder Zahnhalteapparat
Bild 2 Gingivitis – starke Entzündung
Bild 3 Parodontitis – fortgeschrittener Knochenabbau mit Zahnlockerung
Bild 4 Durch Parodontitis verlieren die Menschen mehr Zähne als durch Karies

Darüber hinaus weisen immer mehr wissenschaftliche Untersuchungen darauf hin, dass Erkrankungen der Mundhöhle, wie die bakteriell bedingte Parodontitis, als Risikofaktoren für das Entstehen von Allgemeinerkrankungen anzusehen sind. So sind Schwangere mit einer generalisierten Parodontitis einem erhöhten Risiko für Frühgeburten ausgesetzt. Diabetiker bekommen ihren Zuckerstoffwechsel weniger gut in den Griff und leiden gleichzeitig unter einer stärkeren Ausprägung der Parodontitis. Seit Längerem bekannt ist der Zusammenhang zwischen einer Parodontitis und Erkrankungen der Herzkranzgefäße (KHK), insbesondere dem Herzinfarkt.

So findet man in den Gefäßverschlüssen (Atherome) von Herzerkrankten typische Mikroorganismen, die sonst nur in den Zahnfleischtaschen vorkommen. Dabei sollte man sich stets vor Augen halten, dass die gesamte Wundfläche dieser Taschen bei einem Vollbezahnten ungefähr der Größe einer Handfläche entspricht. Dass die chronische Erkrankung einer solchen Gewebefläche nicht folgenlos bleiben kann, ist naheliegend. Daher muss eine Parodontitis behandelt werden. Wer eine Parodontitis hat, ist chronisch krank.

Ziel der Behandlung

Ziel der Behandlung muss daher sein, die Zahnfleischtaschen zu reinigen, zu verkleinern und die Entzündungen zu beseitigen. Zunächst erfolgt die professionelle Zahnreinigung, bei der durch die Prophylaxe-Kraft alle harten und weichen Beläge bis zum Zahnfleischrand gründlich entfernt werden. Des Weiteren wird Ihnen demonstriert, wie Sie Ihre häusliche Mundhygiene verbessern können. Soweit erforderlich werden dann unter der Zahnfleischgrenze haftende Beläge und Ablagerungen (subgingivale Konkremente) durch den Zahnarzt entfernt und die Oberflächen der Zahnwurzeln geglättet (Kürettage). Bei sehr tiefen Taschen kann auch eine chirurgische Behandlung notwendig sein.

Im Anschluss an die eigentliche Parodontitis-Behandlung muss in regelmäßigen Abständen eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden, üblicherweise zwei- bis viermal im Jahr. So gesehen dauert die Behandlung ein Leben lang.